Die Geschichte von Lauterbach

Ein Ortsteil der Gemeinde Neukirchen an der Pleiße

 

Die Gemarkung Lauterbach, welche in einer Höhe von 320 Metern über dem Meeresspiegel liegt, umfaßt heute eine Fläche von 4,4 Hektar. Am 1. Januar 1996 wurde Lauterbach nach Neukirchen eingemeindet und bildet seit dem mit dem Ortsteil Dänkritz die so genannte grüne Lunge zwischen den beiden Großstädten Crimmitschau und Werdau. Per 31. Dezember 2002 zählte man in dem Neukirchner Ortsteil, der durch die Landwirtschaft geprägt ist, 614 Einwohner. Überlieferten Aufzeichnungen zufolge waren es 1925 einmal 653 Einwohner und 1953 wohnten hier gar 710 Einwohner. Die Niedrigste Einwohnerzahl, mit 501 Einwohnern, verzeichnete man 1981.

Wie in fast allen Dörfern, so gab es auch in Lauterbach eine Schule. Die Geschichte des Schulwesens in Lauterbach kann allerdings nur bis in das Jahr 1720 zurückverfolgt werden. In jenem Jahr wurde das alte baufällige Schulhaus verkauft und ein neues erbaut. Am 19. August des Jahres 1809 brannte dieses jedoch infolge eines Blitzschlages nieder. Ein Jahr später wurde bereits ein neues Schulhaus errichtet. Auf Grund steigender Schülerzahlen (heute ein Wunsch vieler Lehrer und Kommunen) wurde 1873 neben dem Hauptlehrer noch ein Hilfslehrer eingestellt und ein weiteres erworbenes Gebäude im Dorf als zweite Schule eingerichtet. Doch auch dies schien noch immer nicht auszureichen. Von 1887 bis 1888 wurde das noch heute existierende neue Schulhaus, mit 2 Klassenzimmern und Wohnräumen für den Haupt- und den Hilfslehrer, erbaut. Noch bis 1972 wurde hier Unterricht abgehalten. Danach erfolgte von Oktober 1972 bis Januar 1973 ein Umbau und am 13. Januar 1973 wurde hier der Kindergarten eröffnet. Die Eröffnung des ersten Lauterbacher Kindergartens in der heutigen Dorfstraße 7, als Erntekindergarten, war übrigens am 9. Juni 1960. Ende August 1996 wurde der Kindergarten geschlossen und die Lauterbacher Kinder gehen seit dem in den Neukirchner Kindergarten Bo-senhof.

Zeitzeugen vergangener Jahre kann man noch heute in Lauterbach finden. So sind unter anderem auf der Denkmalschutzliste 13 „Kulturdenkmale“ aufgelistet. Neben der Dorfkirche betrifft dies unter anderem das Pfarrhaus mit Seitengebäude und Pfarrhof, das Rittergut, mehrere Wohnstallhäuser und Häuslehäuser.

Abseits der Landstraße, unberührt von großem Verkehr und dennoch nur zirka 3 Kilometer von der Bahnstrecke Leipzig – Zwickau entfernt liegt neben Lauterbach noch ein kleines bescheidenes Dorf. Nur die wenigsten werden es kennen, Nichzenhain, das wohl um 1609 gegründet und auch zu Lauterbach gefparrt wurde. In der Geschichte der Parochie Lauterbach, aber auch in den Heimatblatt Nr. 6 aus dem Jahre 1922 findet man zu Nichzenhain interessante Aufzeichnungen.

So soll 1609 der Zimmermann Karl Rabe auf herrschaftlichen Boden das erste Haus errichtet haben. Um 1615 gab es dann hier 10 Häuser und eine Mühle. 1632 plündern Kaiserliche Soldaten den Ort und erschossen den Zimmermann Georg Rabe. 1640 sind wiederum Kaiserliche Soldaten zu gegen und zerstören das Dorf. Bereits 1642 war Nichzenhain mit 12 Häusern wieder aufgebaut. 1740 wütete ein Großbrand und vernichtete alle Häuser. Ein Jahr später, 1741 versperrt der Richter Hans Wolf den Nichzenhainern den Kirch- , Schul- und Leichenweg. Eigenartig ist die Anordnung der Wohnhäuser in Nichzenhain, das im Volksmund auch gern Nixendorf oder Nixenhain genannt wird, sie stehen alle an einer Straßen-seite.

Heute gehört Nichzenhain genau wie Lauterbach zur Gemeinde Neukirchen. Der Eingemeindungsvertrag wurde Ende 1995 unterzeichnet und ist seit dem 1. Januar 1996 rechtskräftig. Die erste Urkundliche Erwähnung von Lauterbach läßt sich nur bis ins letzte Viertel des 15. Jahrhunderts (1474) zurückverfolgen. Eng verknüpft ist jene Zeit mit der Geschichte des seinerzeit bedeutenden Schlosses Crimmitschau, heute Schloß Schweinsburg. Der Name Hans Federangel, der Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht von Sachsen spielten in Punkto Besitzverhältnis von Lauterbach eine gewichtige Rolle. Ferner ist auch Bekannt, das 1605 die Familie von Weißenbach Lauterbach an den Besitzer von Schweinsburg, den Hofmarschall und Obersten Bernhardt von Starschedel verkaufte. Mit den Jahren wechselte der Besitz des Lauterbacher Rittergutes mehrfach. So sollten da unter anderem Namen wie Carl Bose, Kammerjunker Carl Gottfried Bose, Hans Dietrich von Schönberg, Major Kaspar Karl von Schönberg, Kaufmann Moritz Samuel Esche, Arthur Esche und Eugen Esche nicht unerwähnt bleiben. Komerzienrat Eugen Esche hat sich bereits zu Lebzeiten mit der „Esche´schen Schulfest-Stiftung“ ein schönes Gedächtnis seines Namens gesetzt. Am 25. Dezember 1893 überwies er der Schule ein Kapital von 7.000,- Mark. Von den Zinsen sollte aller zwei Jahre ein Schulfest abgehalten werden. Dieses Schulfest wurde über viele Jahre hinweg durch diese Großzügige Gabe finanziert. Noch heute wird in Lauterbach, allerdings jährlich, aus dieser schönen Erinnerung heraus das traditionelle Kinder- und Dorffest gefeiert.

In Lauterbach gibt es mit dem „Gambrinus Lauterbach“ und dem „Gasthof Lauterbach“ zwei Gaststätten. Der größte Arbeitgeber im Ort ist die Lauterbacher Milchviehanlage die zum Agrarunternehmen Lauenhain, mit sitz in Lauterbach, gehört. Das Vereinsleben funktioniert hier sehr gut, wie man unter der „Rubrik Vereinsleben in Lauterbach“ nachlesen kann.

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